Meine Stellungnahme zu...
Leserbrief im TT vom
Ausgabe vom 14. September
Alle mutig – oder was? Mondäner Geist im Thunerhof!
Mit Erstaunen habe ich den Leserbrief des Thuner Stadtrates David Külling gelesen! Er kritisiert mit einer sehr einseitiger Optik die Stadtentwicklung und besonders heftig die Gemeinderätinnen des Planungsamtes und der Direktion Bau und Liegenschaften. Gerade als aktiver Stadtrat hätte er genügend Möglichkeiten, die genaueren Sachverhalte der von ihm kritisierten Projekte bei der Verwaltung und im offenen Gespräch mit den verantwortlichen Gemeinderätinnen zu erfahren und müsste nicht Zeitungsberichte, Leserbriefe und mehr als 100jährige Geschichten zitieren.
Bei einer seriösen Analyse der Geschichte von Thun kann man auch zu anderen Schlüssen kommen, als Herr Külling dies tut. Oft waren es die vieldiskutierten und kritisierten Neuerungen, der Unternehmergeist unserer Vorfahren, welche Thun den Weg in die Zukunft ebnete. Dies waren zum Beispiel die Linienführung der Bahn oder der Waffenplatz.
Alle grösseren Vorhaben hatten Veränderungen des Ortsbildes von Thun zur Folge - nicht alle Projekte waren erfolgreich, doch nichts wagen wäre verhängnisvoll gewesen. Auch heute stehen wir als Thuner vor grösseren Herausforderungen, und dies mit globaler Konkurrenz. Zum Beispiel der Bypass Thun Nord und der ESP Thun Nord-Steffisburg. Diese Herausforderungen erfordern motivierte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, die gewillt sind, auch bei "Gegenwind" von Minderheiten und Partikulärinteressen, die Interessen des Volkes und der Mehrheit zu vertreten und auch wichtige Entscheide zu treffen.
Es liegt doch auf der Hand, dass die Stadt häufig im Spannungsfeld zwischen verlässlichen Vertragspartnern und den Informationsbedürfnissen der Öffentlichkeit steht. So fehlt häufig auch die Plattform, die Sparanstrengungen jedes einzelnen Gemeinderates darzustellen. Ich erwarte vor der Exekutive, das sie anpackt und entscheidet, auch wenn nur eine stille Mehrheit hinter der Exekutive steht. Mut, sich zu exponieren, das ist der Schlüssel zu Erfolg.
Der Vorwurf von Kompetenzüberschreitungen, Gewähren lassen und verzweifelten Planungs- und Bauversuchen von Herr Külling gegen einzelne Gemeinderatsmitglieder beurteile ich als ideenloses Säbelrasseln im Wahlkampf und mutet sehr eigenartig an.
Hanspeter Aellig
FDP Stadtrat
